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21.05.2026
Barrierefreiheit im Blick: Gemeinsam für mehr Sicherheit in Biesenthal

Am 24. April 2026 haben wir in Biesenthal einen wichtigen Schritt hin zu mehr Verkehrssicherheit und Inklusion unternommen: Beim ersten „Barrieren-Spaziergang“ wurde der Kreuzungsbereich an der Eberswalder Chaussee gemeinsam mit Betroffenen aus unterschiedlichen Perspektiven begangen und bewertet.
Mit dabei waren Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer, Menschen mit Rollator, seh- und hörbeeinträchtigte Personen sowie Radfahrende und Angehörige. Ziel war es, vorhandene Barrieren sichtbar zu machen und konkrete Verbesserungen anzustoßen.
Schon zu Beginn wurde deutlich: Die Kreuzung ist stark belastet. In einer Zählung haben wir festgestellt, dass innerhalb von nur zehn Minuten 206 Fahrzeuge den Bereich passierten – hochgerechnet sind das mehr als 1.200 Kfz pro Stunde. Diese hohe Frequentierung stellt insbesondere für schwächere Verkehrsteilnehmende eine Herausforderung dar.
Die Teilnehmenden machten zahlreiche Probleme deutlich: fehlende Blindenleitsysteme, zu schmale Mittelinseln, unzureichend abgesenkte Bordsteine und kurze Grünphasen an Ampeln. Besonders kritisch ist die Situation für Rollstuhlfahrende und Menschen mit Rollator – teilweise war ein selbstständiges Überqueren nicht möglich.
Auch im Umfeld, etwa im Bereich des Stadtparks, wurden Gefahren erkannt: unzureichende Beleuchtung, unebenes Pflaster und schlecht erkennbare Kanten erhöhen das Unfallrisiko – besonders in den Abendstunden.
Gleichzeitig wurden konkrete Lösungsmöglichkeiten vorgeschlagen: bessere Beleuchtung, Nachrüstung von Blindenleitsystemen, breitere und barrierefreie Mittelinseln sowie zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie Ampeln, Zebrastreifen oder Verkehrsberuhigung.
Der Barrieren-Spaziergang hat eindrucksvoll gezeigt, dass Barrierefreiheit nicht nur einzelnen Gruppen zugutekommt. Sie verbessert die Sicherheit für alle – für Kinder auf dem Schulweg, ältere Menschen, Familien mit Kinderwagen und Radfahrende. Nun liegt es an Politik und Verwaltung, die Ergebnisse ernst zu nehmen und schrittweise umzusetzen. Denn eine sichere und inklusive Stadt ist kein Luxus, sondern eine Aufgabe für alle. Biesenthal hat die Chance, hier ein starkes Zeichen zu setzen.
Mein herzlicher Dank gilt allen Teilnehmenden des Barrieren-Spaziergangs, die sich mit großem Engagement und aus ganz persönlichen Perspektiven eingebracht haben. Ihre Erfahrungen und Hinweise sind von unschätzbarem Wert, um konkrete Verbesserungen anzustoßen und Biesenthal für alle Menschen sicherer und zugänglicher zu gestalten.
Gleichzeitig möchte ich Sie ermutigen: Melden Sie Barrieren, Gefahrenstellen oder Stolperfallen im Stadtgebiet. Ihre Rückmeldung hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen. Nur gemeinsam können wir erreichen, dass sich alle Menschen – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen – sicher und selbstbestimmt in unserer Stadt bewegen können.
Andrea Luplow
Behindertenbeauftragte der Stadt Biesenthal
