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02.11.2026

Ergebnisse des zweiten Barrieren-Spaziergangs am Marktplatz

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

am 18. September 2026 fand unser zweiter Barrieren-Spaziergang statt. Diesmal stand der Marktplatz als zentraler Treffpunkt unserer Stadt im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Betroffenen, Angehörigen und einem Mitglied des Seniorenbeirates haben wir untersucht, wie zugänglich und sicher dieser wichtige Bereich für Menschen mit Behinderungen ist. Die Ergebnisse zeigen, dass es bereits positive Ansätze gibt, gleichzeitig aber auch Handlungsbedarf besteht.

Der Marktplatz wird täglich von vielen Menschen genutzt. Hier befinden sich die Amtsverwaltung, Geschäfte, gastronomische Einrichtungen, eine Apotheke sowie therapeutische Angebote. Darüber hinaus finden regelmäßig Märkte und Veranstaltungen statt. Umso wichtiger ist es, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger selbstständig und sicher bewegen können.

Während des Spaziergangs wurden zahlreiche Hinweise und Beobachtungen gesammelt. Besonders häufig angesprochen wurden fehlende Orientierungsmöglichkeiten für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen, Schwierigkeiten bei Straßenquerungen durch hohe Bordsteinkanten sowie Engstellen durch Poller. Besonders deutlich wurde dies an der August-Bebel-Straße. Dort konnten während unserer Begehung zwei Personen mit E-Mobilen aufgrund der zu hohen Bordsteinkante den Überweg nicht nutzen und mussten ein Stück auf der Straße fahren, um am nächsten abgesenkten Bereich auf den Marktplatz zu gelangen.

Auch die Situation am Rathaus wurde thematisiert. Der barrierefreie Zugang ist derzeit nicht ausgeschildert. Gleiches gilt für die barrierefreie Toilette. Besonders problematisch ist, dass diese nur mit einem Schlüssel, der bei der Touristeninformation hinterlegt ist, genutzt werden kann. Da sich im unmittelbaren Umfeld keine weitere barrierefreie Toilette befindet, besteht hier aus Sicht der Teilnehmenden Verbesserungsbedarf.

Neben den kritischen Punkten wurden jedoch auch positive Aspekte hervorgehoben. Die unterschiedlichen Farben des Pflasterbelags an der Bushaltestelle erleichtern Menschen mit Sehbeeinträchtigungen die Orientierung. Ebenso wurde das Wartehäuschen als gut nutzbar für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer bewertet.

Aus den zahlreichen Hinweisen ergaben sich konkrete Vorschläge für Verbesserungen. Dazu gehören die farbliche Markierung und Reduzierung einzelner Poller, weitere Bordsteinabsenkungen, eine bessere Kennzeichnung der Querungsbereiche sowie die Verbesserung der Sichtverhältnisse an verschiedenen Stellen des Marktplatzes. Darüber hinaus sollten der barrierefreie Zugang zum Rathaus und die barrierefreie Toilette deutlich ausgeschildert werden. Viele dieser Maßnahmen können mit vergleichsweise geringem Aufwand umgesetzt werden und würden nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch SeniorInnen, Familien mit Kinderwagen und vielen anderen Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen.

Besonders gefreut hat mich das große Interesse und die konstruktive Beteiligung der Anwesenden. Die gesammelten Hinweise wurden ausgewertet und am 14.10.2026 im Bauausschuss vorgestellt. Nach einer gemeinsamen Beratung mit den Bauausschussmitgliedern wurde die Amtsverwaltung gebeten, schrittweise die erforderlichen Maßnahmen umzusetzen.

Mein herzlicher Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Barrieren-Spaziergangs, die ihre Erfahrungen eingebracht haben. Ebenso danke ich der Amtsverwaltung sowie den Stadtverordneten, die sich den Anliegen der Betroffenen offen stellen. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass der Marktplatz als Mittelpunkt unserer Stadt für alle Menschen gleichermaßen zugänglich und sicher wird.

Herzlichst
Andrea Luplow
Behindertenbeauftragte der Stadt Biesenthal

Präsentation der Ergebnisse